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Finnland-Urlaubstörn 2004

Helga und Joerg Halm waren 7 Wochen und 3017 Km unterwegs.

Unser Segelboot Fuchs 2

Unser Segelboot Fuchs 2

Am Montag, den 07.06.2004
Ablegen vom SCK Bootsstand. Kurz vor der Einfahrt Pritzer-Zweigkanal werden wir durch die Wasserschutzpolizei kontrolliert. Passieren die Mühlendammschleuse, die Schleuse Plötzensee, Lehnitz und legen um 17.15 Uhr vor der Schleuse Liebenwalde zur Nacht an.
Es war ein sonniger Tag mit kleinen Lüftchen. Ist insgesamt gut gelaufen.

Dienstag, den 08.06.2004 7:00 Uhr
Ablegen in Liebenwalde. In Birkenwerder haben wir wegen Brückenbau eine halbe Stunde Aufenthalt. Gehen durch das Schiffshebewerk Niederfinow und durch die Westschleuse Hohensaaten und legen 19,45 Uhr in Mescherin auf deutscher Seite an. Tagsüber überwiegend Sonnenschein bis 28 Grad. Am Spätnachmittag auffrischend und sehr abgekühlt.

Mittwoch, den 09.06.2004 7:00 Uhr
Ablegen in Mescherin. An deutscher Kontrollstelle werden wir durchgewinkt. Beim Anlegen an polnischer Kontrollstelle bin ich auf die Knie gestürzt. Drei Platzwunden beigebracht, hält einige Tage an.
Bei Bake 76, Mast bei anhaltenden Regen gestellt. Waren total durchnäßt. Jede Menge Lotsen-Schiffsverkehr, der uns den starken Wellen am Kai aussetzte. 19:00 Uhr Anlegen im Seesportclub Vorpommern Ückermünde wie alljährlich. Abends Einkehr in der am 16.05.2004 neueröffneten Hafengaststätte – Back Bord -. Das Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert, wurde 2003 restauriert, ist zünftig und weit und breit die schönste Hafengaststätte dieser Zeit.
Am nächsten Tag erreichen wir den Hafen Kröslin und erwarten am Spätnachmittag unsere Freunde Gerda und Eberhard zu Besuch. Zwei Liegetage in Kröslin infolge Sturmwarnungen warten wir ab.

Sonntag, den 13.06.2004
Ablegen in Kröslin um 9:45 Uhr. Mit Groß und Fock I segeln wir in Richtung Zielhafen Lohme. Da im Laufe des Tages bis 32 Knoten Wind aufzieht und wir gegenan kämpfen, ändern wir ab Höhe Königsstuhl den Kurs und gehen in den Hafen Saßnitz. Belegen einen der riesengroßen Stände und stellen wieder einmal fest, wie klein unser Boot doch ist.

Montag, den 14.06.2004
Wegen Sturmwarnungen verbleiben wir weitere Tage im Hafen Saßnitz. Aufgrund der Sturmwetterlage schlafen wir bis 8.00 Uhr. 9,00 Uhr Frühstück. Es brist mit 30 Knoten im Hafen. Unternehmen nachmittags einen Spaziergang zum U-Boot. Anschließend einen Besuch im Saßnitzer Fischerei- und Hafenmuseum sowie Museumsschiff. Das Museum ist sehr aufschlußreich und vielseitig interessiert aufgebaut. Gefiel uns sehr. Das Museumsschiff durchforschten wir bis in den Maschinenraum.
Das Handy klingelt und freudig überraschend ist Erika und Gunter aus unserem Verein am Ohr. Reiner Zufall, da sie uns schon in Bornholm glaubten. Sind mit Drahtesel rund um Rügen unterwegs. Sie standen auf der Mole gegenüber dem Sportbootanleger, hatten uns weder gesehen, noch hier vermutet. Wie gut doch Handys sind. Die Begegnungsfreude war groß. War Grund zu einer Einladung zum Essen und einem Klönabend im Ägir-Restaurant. Wir danken!
Unsere Rückkehr an Bord war gerade noch rechtzeitig, denn durch die dauernden Zerrereien war beim vorderen Anbinder ein Kardel gebrochen. Sind aber auch 28 Jahre alt die Anbindertrossen. Landen in der Mülltonne.
Über Funk verfolgen wir eine Rettungsaktion. Vermißt wird ein weißer 8mtr. langer Katamaran mit 1 Person Besatzung. 11.30 Uhr von Baabe ausgelaufen, Zielhafen Pudemmin. Hubschrauber Pirol 808 und zwei Rettungsboote im Einsatz. Abschluß konnte nicht gehört werden.
Beim morgendlichen Wetterbericht noch immer Sturmwarnungen. Liegen noch immer fest im Hafen. Besuchen das Museum der Unterwasserarchäologie. Schlendern in die Stadt. Auf dem Rückweg essen wir in der Hafenstraße im Restaurant Korn zu Mittag. Gegen 15,00 Uhr wieder an Bord. Es ist etwas Beruhigung eingetreten. Entscheidung wird morgen fallen. Die von Werner und Hiltrud angekündigten Sportfreunde mit einer HR 312 steuern den Sportboothafen an. Das können nur Wolfgang und Helga sein. Wir machen uns bekannt und klönen bis 23,00 Uhr. Nette Leute.

Freitag, den 18.06.2004
Wir fühlen uns ständig verarscht. Der Mitternachtswetterbericht fiel ganz aus. Die Morgenansage noch mit Sturmwarnung, die aber schon nicht mehr zählte. Nach aktuellem Wetterbericht wäre das Auslaufen möglich gewesen. Wir ärgern uns, denn jetzt ist es zu spät, das Ziel noch bei Tageslicht zu erreichen.
Ärgere mich maßlos über eine Bemerkung eines Liegenachbarn vom Wannsee, der meint: “man müßte sich auch mal etwas trauen”.Großkotz !
Um meinen Frust abzubauen und den Tag nicht sinnlos zu vergeuden, fahren wir mit der MS Insel Rügen eine Kreidefelsen- und Königsstuhltour.

 

Leuchtturm auf Bornholm

Leuchtturm auf Bornholm

Sonnabend, den 19.06.2004
Ablegen trotz Regen, der drei Stunden anhält. Wir segeln bei WSW mit einem guten Durchschnitt. “Es kann nur besser werden” ist die Meinung vom Käpten. Dann schiebt sich Klärchen etwas durch die Wolkendecke. Die im Wetterbericht angekündigte Windwarnung überrascht uns zwei Stunden vor Erreichen der Insel Bornholm. Wieder Regen und zwei Meter hohe Wellen. Die gefürchtete kohlrabenschwarze Unwetterwand zieht schnell vorüber. Wir hatten Glück. Machen im Stadthafen fest.

Verweilen noch einen Tage in Rönne. Nachmittags unternehmen wir einen dreistündigen Landgang in dieser gemütlichen Kleinstadt.
Bornholm! Keine andere Insel Dänemarks hat so viele Namen wie Bornholm. “Perle der Ostsee”, “Insel der Kontraste”, “Der Süden im Norden” und “Land des Sonnenaufgangs” sind nur einige davon. Und recht zutreffend.

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Montag, den 20.06.2004
Verlassen den Hafen Rönne, anfangs kommen wir nur mäßig voran. Zur Halbzeit frischt es auf und wir laufen knapp sechs Knoten. 17.30 Uhr legen wir im Hafen der Insel Hanö an. Am nächsten Morgen frühzeitiges Aufstehen. Dann brauchen wir eine geschlagene Stunde, um uns schlüssig zu werden, ob wir Ablegen oder heute noch ständig im Hafen bleiben.
Wir legen ab mit Wetterkluft bei dauerhaften Nieselregen. Eine weise Entscheidung. Es läuft Widererwarten gut. Frischt am Nachmittag auf bis 21 Knoten Wind und auch die Sonne setzt sich durch. Ein Supertörn von 60 sm in zehn Stunden. Die Insel kannten wir ohnehin aus dem Vorjahr, wo sich auch im Hafen nichts verändert hat. 18:00 Uhr Anlegen in Kristianopel

Mittwoch, den 23.06.2004
Groß und Fock stehen bereits eine viertel Stunde nach Ablegen. Es läuft gut. 14.15 Uhr erreichen wir bereits Kalmar. Ein Sturmtief wird angekündigt. Die letzten Boote laufen mit Speed in den Hafen ein. Auch Wolfgang und Helga sind dabei. Das Barometer fällt auf 1000 Millibar. In den offenen Hafen bläst es mit Ost und 30 Ktn. Windstärke. Bis 1.00 Uhr halten wir Wache. Das Reiben und Quitschen der Fender an der Bordwand hören sich gräßlich an. Man könnte meinen, es zerschlägt das Boot. Halte mir die Ohren zu, es geht mir durch Mark und Pein. Fuchs tut mir leid.
Noch einen Tag Aufenthalt in Kalmar trotz der unverschämten Liegegebühren von 150,- Skr ohne Elektrik, mit sind es 170,- Skr.

Schweden feiert das Mitsommernachtsfest. Die Geschäfte sind geschlossen. Vom Geschehen selbst bekommen wir nichts mit. Der Maibaum ist geschmückt, ein uralter Brauch, der aus Deutschland stammt. Ein eisiger Wind weht uns beim Landgang vom Seeufer entgegen und fegt uns fast vom Damm. Auf dem Wasser kein Segel, nur Gischtkämme und Wasserfontänen zu sehen. Den Abend verbringen wir mit der Cassiopeia Crew Wolfgang und Helga an Bord des Fuchses. Übernacht flaut der Sturm ab . Wetterbesserung ist abzusehen.

Sonnabend, 26.06.2004
8:15 Uhr Ablegen in Kalmar. Mit uns laufen bereits 12 Boote aus. Weitere folgen. Es läuft gut mit Groß und Fock II. Nachmittags heftige Regengüsse. Anlegen in Ernemar 18.30 Uhr nach 46 Seemeilen.

Sonntag, den 27.06.2004
Obwohl wir drei Tage in Kalmar festlagen, hat es Käpten nicht geschafft unseren Dieselvorrat aufzufüllen, obwohl die Tankstelle gleich um die Ecke war. Heute morgen ist die See spiegelglatt und Dieselwind ist angesagt. Wir fahren zum Stadthafen Oskarshamn und der Automat schluckt einige Scheinchen. Eine verlorene Stunde.
Vorerst kein Wind, wir motoren, es zieht Seenebel auf, nur noch eine halbe Seemeile Sicht. Später Segel hissen, Sicht verbessert sich, Boote sind erkennbar. Es ist sehr kalt, die Sonne setzt sich nur langsam durch. Wir ändern den Kurs und steuern die Schäre Idö an, wo wir die Nacht verbleiben. Im kleinen Hafen, eine frühere Lotsenstation, gefällt es mir. Auf der Anhöhe ein weit sichtbares Restaurant mit Ausblick aufs Meer mit ihren Schärengebilden. Abendidylle an Bord bei Sonnenuntergang.

 

Auf See

Auf See

Montag, den 28.06.2004
Heute beginnt unsere 4. Urlaubswoche. Ablegen in Idö, Wind gleich null, See spiegelglatt, wir motoren. Ab Mittag brist es auf. Zu Käptens großer Freude konnte heute der Blister zum Einsatz kommen. Mit 6 Ktn. Speed, was garnicht abzusehen war, segelten wir bei Ost /Südost einen guten Törn. Später drehte der Wind nach Süd, wir liefen noch 5,1 Ktn. Am Himmel braute sich was zusammen. 17,00 Uhr streichen wir die Segel, Wind auf Null, es regnet mehrmals, die Wellen steigen an.
Bei Ankunft auf der Brokenschäre werden wir vom freundlichen Hafenwart wiedererkannt.

Wir bleiben noch einen Tag in der Brokenschäre. Die gestriegen 77 sm liegen uns in den Gliedern. Es ist wieder ausnehmend schön hier. Durchstreife das Gelände. Raste auf einem Stein, im Hintergrund das Rauschen des Meeres, ringsherum mediterrane Pflanzen und Gewächse, ein Moosteppich auf dem Felsengestein, fern ein Glöckchenläuten. Relaxen unter Schwedens Sonnenhimmel.

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Mittwoch, den 30.06.2004
7:30 Uhr Ablegen in Nyköping. Wir durchlaufen das Schärengebiet mit Motor. Tagsüber einige Regenschauer, sonst Sonnenschein. Abends bedeckt. Zahlreiche Segelboote sind unterwegs. Wir meinten, auf der Müritz zu sein. Wahrscheinlich beginnt in Schweden die Urlaubssaison. Segeln zum Askfatshamnen auf DALARÖ.

Donnerstag, den 01.07.2004
Wir schreiben den Monat Juli, Wetterverschlechterung liegt an. Bleiben einen Tag ständig. Unternehmen einen vierstündigen Landgang nach Dalarö und zum Stadthafen. Essen feudal im Restaurant. Käpten hat wieder die Augen größer als seinen Magen. Läßt die Hälfte von Schweizerschnitzel drauf, Sünde ! Ansonsten nichts Aufregendes. Zwei Tage hier im Hafen sind ausreichend.

 

Unter Deck mit Gudrun Calligaro

Unter Deck mit Gudrun Calligaro

Freitag, den 02.07.2004
Ab 3.00Uhr nachts schüttet es wie aus Gießkannen. Im Laufe das vormittags hört es auf zu regnen. Wir entscheiden uns für einen Kurztörn ab Mittag. Segeln bei gutem Wind mit Groß und Fock II durch die wunderschönen Kanholmen Fjärden und den Möja Söderfjärd. Nach 30 Seemeilen erreichen wir die Insel Möja und legen im Fischerhafen Löka an. Außer Toaletts und Sopor kein Komfort. Gebaut 1938 bis 1940. Müssen den Fuchs verholen, da es aufbrist, der Anker nicht hält, der Liegeplatz an der Hafeneinfahrt ungünstig ist.

Am späten Abend noch ein nachhaltiges Erlebnis. Ein Schiff, namens “Mädchen”, nähert sich langsam der Hafeneinfahrt und der Skipper, der sich beim näheren Hinschauen als Skipperin entpuppt, legt davor am Steg an. Käpten nimmt Rufkontakt auf und bietet Hilfe beim Verholen in den Hafen an, da unser Nachbarlieger auslaufen will.

Bis 0.30 Uhr klönen wir bei Portwein und Kerzenschein mit Gudrun. Wir erfahren, daß wir es mit der Einhand-Weltumseglerin Gudrun Calligaro zu tun haben. Mir schwante so etwas bereits beim Lesen des Schiffsnamen. Es bestätigte sich. Ein Buch von Gudrun, “Ein Traum wird wahr”, steht zu Hause in meinem Bücherbord. Der Portwein tat das Seinige, es ward ein schöner Abend. 2.30 Uhr hatte ich noch kein Auge zugedrückt, wo es immer noch taghell ist, ohnehin wird es hier kaum dunkel. Die bewußten weißen Nächte. Um 6.00 Uhr hieß es aufstehen.

 

Hafen Mariehamn

Hafen Mariehamn

Sonnabend, 03.07.2004
Ablegen 7.00 Uhr. Segeln im Alandshav mit durchschnittlich 6 ktn. Speed. Überschreiten heute den 60 Breitengrad. Ab 11.00 Uhr legen die Fähren ab. Da wir auf gleichem Kurs laufen, müssen wir laufend Wegerecht einräumen und vertrödeln geraume Zeit. Die Fähren ärgern uns den ganzen Tag über, trotzdem schaffen wir 62 Seemeilen in 11 Stunden. Abends war ich wie geplättet. Nachwehen vom Vortag. Liegen im Hafen Mariehamn, der übervoll ist wegen eines Festes und einer Regatta von Nauticat.

Sonntag, den 04.07.2004
Hafentag mit Landgang und Ausspannen. Doris und Georg von der Pegaz, namens Pustebacke, nehmen Kontakt mit uns auf. Sind vom Wannsee Berlin bis Stockholm getrailert. Abends werden Vergleiche, Vor-und Nachteile, Veränderung und Verbesserungen zwischen beiden Booten erörtert. Pustebacke hat drei Jahre mehr auf dem Buckel.
Bleiben auch am Montag, den 05.07.2004 noch ständig in Mariehamn/Aland. Im Hafen ist wieder Normalität eingekehrt. Nutze den Tag zum Wäsche waschen. Doris und Georg haben wir zu uns zum Kaffee eingeladen und anschließend wird der Klön auf der Pustebacke mit einem Trink fortgesetzt.
Fuchs II aus Berlin erregt große Aufmerksamkeit als eines der wenig hier anwesenden Boote mit deutscher Flagge. Kamen mit vielen Sportfreunden ins Gespräch. Es ist Halbzeit. Wir müssen an Heimkehr denken.

 

Kleine Bucht

Kleine Bucht

Dienstag, den 06.07.2004
Käpten zofft bereits am frühen morgen, weil er meint auf Grund der Zeitverschiebung noch eine Stunde schlafen zu können. Nix da! Kam uns am Abend zugute.
Käptens Entscheidung bei SW heißt motoren. Groß und Fock II kommen nur kurzzeitig zum Einsatz.
Wir durchfahren den Blitösund. Leider bei Regen, Blitz und Donner. Der Blitösund ist ein Paradies.
Hatten heute erste Grundberührung mit dem Schwert. Infolge Gesprächsablenkung rote Tonne falsche Seite passiert. Es rumpelte gewaltig. Ankern auf Reede in Kyrkviken, da der Hafen belegt.

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Mittwoch, den 07.07.2004
Die Sonne weckt uns, verkriecht sich aber bald wieder. Fuchs hat sich nachts um 180 Grad gedreht, auch der zweite Anker hält kaum noch. Miserabler Ankergrund. Wir legen ab, haben keinen Wind, später auch nur gegenan bolzen. Wir drücken auf den Starterknopf und durchlaufen die Nämdo-fjärden. Wir haben unser heutiges Ziel, die Insel Utö noch nicht erreicht, als es mächtig aufbrist. Wind und Wellen stoppen uns. Es ist kein Vorwärtskommen mehr. Wir schlagen Kurs West 260 Grad ein und laufen in eine geschützte Bucht ein. So komme ich doch noch zu meiner Nacht in den Schären.

Es waren heute massenhaft Segel-und Motorboote unterwegs. In Schweden hat die Urlaubswelle eingesetzt. Fast halb Europa ist hier anzutreffen. Wir begegnen Seglern aus Finnland, Dänemark, Estland, Polen, Deutschland, Holland, Frankreich, England und der Schweiz.

Donnerstag, den 08.07.2004
7:00 Uhr Anker hieven. Motoren durch Mysingen. Groß und Fock II Einsatz nach Kursänderung möglich.
Der 11:00 Uhr Seewetterbericht gibt Sturmwarnung für unser heute gestecktes Zielgebiet an. Wir ändern unseren Kurs und laufen durch Schärengebiete. Die Fahrt verlangt größte Aufmerksamkeit. Ohnehin ist die Bootsverkehrsdichte zur Zeit wie auf Deutschlands Straßen. Einmal erwischten wir die falsche Wegmarkierungen und der Umweg führte in Richtung Trosa. Jetzt hatten wir den Schärensalat. Es machte unheimlich Spaß. Beeindruckend schön die grün bewachsenen Steingebilde, wie von der Natur erschaffen. Die Schärendurchfahrt machte uns an Erfahrung reicher. Gehen in Nyköpings in den Hafen.
Anmerkung: Schöne Liegemöglichkeiten im Krampö und ASPÖ Schärengebiet.

Freitag, den 09.07.2004
Schlechtwetterperiode setzt heute ein. Wir bleiben im Hafen an der Brokenschäre. Der Hafenmeister erläßt uns die Hafengebühr, kassiert nur Strom. Er mag mich wohl, drückte mich beim Wiedersehen. Wir laden ihn ein: “When you coming to Germany, welcome to Sailingclub Berlin-Karolinenhof.” Er spricht sehr gut englisch.
Vom Ronald erfahren wir, daß er die Prüfung zum Rettungsassistenten bestanden hat.
Gratulation! Oma geht es auch gut.
Gegen Abend zieht es sich zu. Es plattert und weht die Nacht hindurch. Das Barometer fällt auf 994.

Sonnabend und Sonntag, 10. und 11.07.2004
Anhaltender Sturm und Regen. Wetterfront steht genau über uns. Die Wetterberichte sind beunruhigend. Bekomme Angst, wir könnten hier ewig nicht wegkommen.
Wir müssen länger als gewollt hier ausharren. Es regnet und stürmt ununterbrochen. Barometer fällt weiter. Verkriechen uns in der Kajüte. Käpten verbringt den Tag fast ausschließlich vor dem Computerbildschirm. I learn english for better understanding. Ein Gutes hat es. Wir werden Spezialisten im Wetterbericht hören in allen Sprachen und zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.

Merke: Schwedischer Wetterbericht in englischer Sprache
Funk 9:33 Uhr und 13:33, sowie um 21:33 Uhr Radio Stockholm, Ankündigung auf Kanal 16 und Verbreitung Kanal 24 und 26 für das Stockholmer Schärengebiet.

Montag, den 12.07.2004
Verlassen den Hafen Nyköbings, verfranzen uns mächtig und bekommen Grundberührung. Zurück zur roten Ausgangstonne und Neuorientierung. Bin heilfroh, daß es endlich weitergehen kann. Bei den durch Unwetter ungewollt festgehaltenen Hafentagen, bekomme ich regelrecht Panik, wir könnten nicht mehr heimkommen. Ist ja auch ein langer Weg. Für Ortsunkundige und Unerfahrene auch nicht ganz leicht, sich zurecht zu finden. Tagsüber viele Schauer. Im weiteren Verlauf des Tages haben wir einen schwedischen Segler mit gleicher Speedgeschwindigkeit vor uns laufen. Wir hängen uns dran, aber kontrollieren nebenher. Übernachten im Hafen Fyruddens.

 

Helga Halm

Helga Halm

Dienstag, den 13.07.2004
Ablegen in Fyruddens. Auch heute frühzeitig liegen uns Steine im Weg, finden nicht gleich die richtige Tonnenroute. Kurskorrigierung ist nötig. Das ändert sich sobald die Langschläfer aus den Schärenlöchern kommen. Nicht zu übersehen, die mit Booten überfüllte Wasserstrasse, wie auf Berlins Hauptstraßen. Alles segelt, wir mittendrin. Gegen Mittag zieht sich der Himmel zu und bald plattert es aus allen Rohren. Die Segel werden eingeholt. Mit Wetterkluft, unter der Sprayhoud, mit Regenschirm, auch mit freiem Oberkörper stehen die Käpten mit düsterer Miene am Steuer. Wir kämpfen uns bei diesen Regengüssen durch unbekanntes Schärengebiet. Im Slalom schlängeln wir uns durch das Bojengewirr hindurch. Bei diesem Sauwetter reicht es mir für heute. Bin froh als der Hafen in Sicht ist. Bekomme den Eindruck, Käpten macht keinen Segellangtörn, sondern eine Studien-Reise für Navigation und Wetterkunde.
Ringe mich zum Abend noch durch und koche, damit der Magen mal wieder etwas Anständiges reinbekommt. Wir essen 21,30 Uhr. Sind die einzigsten Anleger am Gästesteg.

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Mittwoch, den 14.07.2004
Käpten läßt sich mal wieder maßlos Zeit. Ablegen in Ernemar. Ein verrückter Törn. Kaum sind wir aus dem Hafen stehen die Segel. Es weht durchgehend mit WSW konstant 13-17 ktn. Wind, zeitweise Spitzen bis 23 ktn. Wind. Am Ende macht Fuchs II Bocksprünge, daß der Fender aus dem Bugkorb hopst. Wir hatten es wohl doch etwas unterschätzt. Wie die Eskimos vermummt sitzen wir in der Plicht, es ist saukalt auf dem Wasser. Seit 14 Tagen keine Spur vom schwedischen Sommer. Die Schweden sprechen vom diesjährigen Sommer, der in die Historie eingeht – Viel Wind und sehr kalt.
Machen fest im Hafen Kalmar, wo wir auch am nächsten Tag noch bleiben. Kojenaufleger müssen getrocknet werden. Beim Lage schieben ist ins Vorschiff Nässe eingedrungen. Wir rätseln noch wo es herkommt. Es sind nur Vermutungen, es könnte über den Ankerkasten eindringen.

Freitag, den 16.07.2004
Verlassen den Hafen Kalmar und segeln nach Kristianopel. Fuchs II ist in seinem Element und Max zieht mit.

Sonnabend, den 17.07.2004
Verlassen den Hafen Kristianopel . Segeln mit Groß und Selbstwendefock mit Westwind, später drehend nach SSW, gehen auf Steuerbordbug und segeln hart am Wind, der uns zuletzt mit Süd zur Insel Hanö bringt. 18,30 Uhr Hafeneinlauf auf Hanö. Finden nur noch im Päckchen neben einem deutschen Seglerehepaar aus Wismar eine Liegemöglichkeit. 64 Seemeilen sind geschafft und wir sind es auch.

Sonntag, den 18.07.2004
Die Wettervorhersage für heute war nicht vielversprechend. Käpten entschied für einen Liegetag. Der Körper verlangte sein Recht und wir schliefen bis 9,00 Uhr. Morgens verhangener Himmel und diesig. Tagsüber wurde es schön. Wir spazierten zum Leuchtturm, die Sonne wärmte uns. Anschließend tauchte Käpten mutig ins 15,5 Grad kalte Wasser, aber nicht um sich abzukühlen, sondern um den gerissenen Niederhalter neu einzuschären.

Der Hafen von Hanö war früher ein typischer Fischereihafen. Heute wird er zu 90% von Freizeitbooten aller Art mit einem Tiefgang von bis zu 4 Metern benutzt. Hanö ist der beste Hafen, als Ausgangspunkt, um in die Karlskronaer Schären zu gelangen.

Der Leuchtturm – eine Sehenswürdigkeit auf Hanö
Auf dem höchstgelegenen Felsenplateau der Insel steht der weißgekalkte, 16 Meter hohe Leuchtturmm. Er hat das lichtstärkste Leuchtfeuer in der gesamten Ostsee und seine Reichweite beträgt ganze 23,5 Entfernungsminuten, was einer Strecke von mehr als 40 km entspricht. Drei Lichtblitze werden alle 15 Sekunden über das Meer gestrahlt. Der Turm wurde von 1904 – 1906 erbaut. Damals gab es auf dem Dach der Wohnstätte des Leuchtturmwärters bereits ein Anlegefeuer, das schon 1869 gebaut wurde. In früheren Zeiten beschäftigte man einen Leuchtturmwärter, der die Arbeit manuell ausführte, aber wie so viele andere Leuchtfeuer wurde auch dieses durch die heutige Technik automatisiert.

Die Legende vom Drachen
Es gibt eine alte Sage, nach der ein großer Drachen jede Nacht zwischen Hanö und Ternö flog, eine Entfernung von 20 km, die er mit nur zwei Flügelschlägen zurücklegte. Als aber das erste Leuchtfeuer angezündet wurde, erblindete der Drachen und stürzte auf die Bergwand neben dem Leuchtturm. So entstand das Drachenmerkmal. Es heißt auch, daß sich unter dem Drachenmerkmal ein Tunnel in der Bergwand befindet, der direkt in den Garten der euchtturmumgebung führen soll. 300 Meter unterhalb des Leuchtturms findet man einen der alten Leuchtturmbrunnen. Hier holten die Frauen früher das Wasser für die Leuchtturmunterkunft.

Montag, den 19.07.2004
Wir sind startklar für einen Kurztörn. Sind erst eine Stunde unterwegs, als dicker Nebel uns die Sicht nimmt. Mein Kopf geht wie ein Radargerät von Steuerbord nach Backbord und zurück. Halte nach entgegenkommenden Schiffen Ausschau. Der Horizont ist nicht auszumachen. Wir sind allein auf dem großen Wasser. Erst nach 5 Stunden kreuzt ein Frachtschiff unseren Weg. Durch 5 Nebelbänke müssen wir uns durchmogeln. Nur kurzzeitige Sichtverbesserung bis zu einer halben Seemeile. Gegen 14,00 Uhr treten bessere Sichtverhältnisse ein, aber mit dem auffrischenden Wind steigen die Wellen bis 1,5 Meter an, die uns stoppen und viel Zeit kosten. Die Insel Bornholm ist in Sicht, der inzwischen ausgeguckte Zielhafen Hasle auf der Westküste noch weit entfernt. Aus dem Kurztörn wird ein langer.
Wir steuern kurzentschlossen zur Ostkküste der Insel und bis zum Hafen Listed wird es der Törn mit einem Speed von 6,0 Ktn durchgehend, der uns alle Tagesmühen vergessen läßt. 21:30 Uhr bekommen wir vom Hafenmeister Ib einen schönen Platz zugewiesen. Er freut sich, uns wieder zu sehen.

Dienstag, den 20.07.2004
Wir gönnen uns einen Tag Ruhe in Listed, auch weil eine Galewarning ansteht. Tagsüber keine Spur davon, aber die Einheimischen versichern, es kommt.
Bisher Sonnenschein pur. Trockne die Aufleger, bestücke mehrmals die Waschautomaten mit Hafenmeister Ibs Hilfe. Die Maschinen sind überaltert.
Mittags esse ich Hummer in den Hummer Hytten nebenan. Eine Delikatesse, aber satt bin ich nicht. Jörg bekommt sein Menü im List Cafe, welches so reichlich ist, daß mein Abendbrot abfällt. Er ißt keinen Fisch.
Abends zieht es sich zu, es kühlt sich ab. Wir sichern den Fuchs. Schaue auf den Wecker als es gegen Mitternacht drei Stunden um Bornholm blitzt und taghell ist.

Mittwoch, den 21.07.2004
Warten noch einen Tag in Listed auf Wetterbesserung. Fahren mit dem Bus nach Gudhjem. Natürlich landen wir wie üblich im Hafen, besser gesagt Minihäfchen. Er ist voll belegt, das Schott dicht und der rote hochgezogene Ball verbietet drei weiteren ansteuernden Segelbooten die Einfahrt. Draußen ist es noch sehr bewegt. Im Gegensatz zum Minihafen hat Gudhjem etwas Stadtcharakter. Es wird viel geboten: Schifffahrt zur Erbseninsel, Rundflüge über Bornholm, Fischtrolling, vom Pferdewagen Rehe beobachten, Touristeninfos, ein guter Ausgangspunkt zur Erforschung der Insel Bornholm.

Donnerstag, den 22.07.2004
Ablegen in Listed. Unseren Zeitplan konnten wir einhalten. Legen 15:45 Uhr im Yachthafen Rönne an. Es war durchwachsen.

 

Joerg Halm

Joerg Halm

Freitag, den 23.07.2004
Unser 35. Hochzeitstag, ein ganz verrückter Tag!
Die um 6,00 Uhr auslaufende Fähre tutet in regelmäßigen Abständen, um auf sich aufmerksam zu machen, denn dicker Nebel verhüllt die Sicht.
Wir laufen deshalb erst um 9,15 Uhr aus in der Hoffnung, daß sich der Nebel im Laufe des Tages verflüchtigt. Segeln bei OSO wie im Blindflug. Später bei Westwind durch mehrere Waschküchen. Schauen uns die Augen aus dem Kopf, um nicht von entgegenkommenden Fähren überrollt zu werden. Nach drei Stunden 1. Fähre, die “Rügen” auf Gegenkurs. Halten unseren Kurs etwas südlich von der Fährenroute. Erst am Spätnachmittag Sichtverbesserung. Wir atmen auf. Der Wind dreht wieder auf OSO. Im Hafen Saßnitz sind alle Stege belegt. So steuern wir die Liegestände an der Mole an, was uns aber nicht gelingt, denn der Antrieb setzt aus.
Die letzten Meter rettet die Fock. Schon morgens beim Ablegen vernahmen wir komische Geräusche. Die Ursache war noch rätselhaft. Käpten kam auf des Rätsels Lösung, als er abends die Wellenanlage kontrollierte.
Alle vier Inbus-Schrauben von der Kupplung hatten sich verabschiedet, da Federringe gänzlich fehlten. In zehn Minuten war die Anlage wieder funktionstüchtig.
Zurück blieb nur der Schreck, was gewesen wäre, wenn ??
Also doch ein Glückstag !
Das Abendessen anläßlich des Hochtzeitstages verschieben wir auf einen anderen Tag.

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Sonnabend, 24.07.2004
Wegen Nebel legen wir verspätet ab. Die Hafenausfahrt durchfahren wir bereits mit Segel, unbehelligt am Küstenwachschiff vorbei.
Besser kann ein Segeltörn nicht sein . Anfangs noch etwas zaghaft, ging es dann so richtig zur Sache. Heute muß ich dem Greifswalder Bodden nachsehen, bisher mochte ich ihn mit seinen Segeleigenschaften nicht besonders.
Bald in Sicht die Greifswalder Oie, der Ruden, das ehemalige Kernkraftwerk Greifswald, der Fischerhafen Freest und die Hafeneinfahrt Kröslin.
Wir sind am heutigen Ziel und erwarten Freund Eberhard und Gerda zu Besuch.

Wir haben die größte Strecke unseres Langtörns hinter uns. Fuchs II mußte viel leisten. Er ist der Größte. Er hat uns nie im Stich gelassen. Im Laufe der Jahre gab es schon mal brenzliche Situationen, aber eigentlich waren wir nie in ernsthafter Gefahr. Das sollte auch so bleiben. Ein Schutzengel war immer an Bord.

Unsere diesjährige neue Errungenschaft – Gleitrutscher am Groß- und eine installierte Rollfockeinrichtung aus dem Vorjahr erweisen sich als sehr vorteilhaft. Die aus Sicherheitsgründen angeschaffte Rettungsinsel hat moralische Wirkung.

Sonntag, den 25.07.2004
Ruhetag in Kröslin. Heute bekommt Fuchs II eine Generalüberholung, die bitter nötig ist. Außerdem müssen wir seine Schrammen an der Steuerbordseite verarzten. Den Verursacher kennen wir nicht. Rückverfolgend könnte der Schaden nur von einem Riesenmotorboot stammen, welches sich in Mariehamn im Hafen zwischen uns vorbei in den Stand geschoben hat, während wir auf Landgang in der Stadt waren. Wir liegen noch gut in der Zeit und bleiben deshalb noch einen Tag in Kröslin.

Dienstag, den 27.07.2004
Ablegen in Kröslin. Gehen durch die Wolgaster und Zechliner Brücke. Machen fest im Segelsportclub Vorpommern e.V. in Ückermünde. Gehen ins Backbord zum Abendessen. Ist das aufgeschobene Hochzeitsmenü. Auf dem Rückweg begrüssen wir auf ein Bier die Kumpels in Rosis Fischoase. Im Sportclub Vorpommern wird gefeiert, bekommen zwei Scheiben Spanferkel und eine Fischsemmel ab. Heute sind wir dicke voll. Heben es für unterwegs auf.

Mittwoch, den 28.07.2004
Mit einer halben Stunde Verspätung legen wir um 7.30 Uhr ab . Prima Segelwind. Wir segeln bis zur Bake 76, wo der Mast gelegt werden muß. Anschließend geht es mit Motor weiter durch Stettin, der aber wegen Überhitzung stündlich piept. Erreichen erst 21.15 Uhr die Zollstelle Gryfino (Mescherin) und machen am Steg fest. Ein polnischer Zollbeamter von der Brücke registiert unsere Daten: 2 Personen, Name des Bootes: Fuchs II. Ausklarieren ist erst am nächsten Morgen ab 6.00 Uhr möglich. Uns kann nichts passieren. Liegen im electronisch abgesicherten Gelände.

Donnerstag, den 29.07.2004
Um 6.00 Uhr schaue ich raus, gehe aber sofort wieder in Deckung. Die Oder umhüllen dicke Nebelhüllen. Nach dem Ausklarieren legen wir ab. Vorher tauscht Käpten das Motorkühlwasser nochmals aus. Ist wahrscheinlich die Ursache für die fortwährende Überhitzung, ist zu alt und führt zur Vergasung. Die ersten fünf Stunden danach fahren wir ohne dass es piept. Dann ist es der Horror, jede halbe Stunde ist nachfüllen angesagt und das auf befahrener Oderwasserstraße.
Ein Hochdruckgebiet hat eingesetzt. Heute stieg das Thermometer auf 26 Grad. Wir holen erstmalig kurze leichte Sachen aus dem Schrank, die wir den gesamten Urlaub nur spazieren fuhren. Übernachten an der Vierlipper Schleuse in Niederfinow.

Freitag, den 30.07.2004
Frühmorgens wieder eine Stunde bauen bzw. nochmaliger Kühlwasseraustausch. Unterwegs nach Liebenwalde wird weiter gebaut, denn das Piepen hört nicht auf. Ein Hoch von England bringt weitere sommerliche Temperaturen. In nächster Woche ist mit 30 Grad zu rechnen. Bei den heutigen Temperaturen, die wir uns manchmal im Urlaub gewünscht hätten, ist etwas Abkühlung und Entspannung willkommen. Viele Boote sind auf Kurs Schleuse Lehnitz, dem Nadelöhr. Wir können uns das Chaos dort gut vorstellen, legen deshalb in Liebenwalde eine Pause ein, hoffen ab Abend günstiger durchzukommen.

Sonnabend, den 31.07.2004
Stehen rechtzeitig auf, wollen noch vor Einsetzen des umfangreichen Fahrgastschifffahrtsverkehr halbwegs durch die Stadt sein wegen der Pieperei.
Mir wird immer unheimlich, wenn das Boot keine Fahrt macht, sich nicht steuern läßt und wir mitten im großen Stadtverkehr nicht navigieren können. Eigentlich ist es eine große Nachlässigkeit vom Käpten. Das Problem kennen wir seit drei Jahren. Er hat sich nie einen Kopf gemacht dahinter zu kommen, woran es liegen könnte. Das Gute daran ist, daß ihm immer etwas einfällt und wir aus eigener Kraft weiterkommen.
Wir passieren die Schleusen Plötzensee, Mühlendamm und der Anker fällt an der Bammelecke, wo der Mast gestellt wird.

Insgesamt gesehen war der diesjährige Urlaub sehr abwechslungsreich. Wir konnten viel an Erfahrungen sammeln, haben viele Sehenswürdigkeiten wahrgenommen, tolle Bekanntschaften gemacht. An unserem Langtörn haben wir 1091 Segelmeilen und 538 Motormeilen zurückgelegt, das sind insgesamt 3017 Kilometer Wasserweg.
Es ging nicht immer friedlich zu an Bord. Auf längere Zeit auf solch beengten Raum zu leben, verlangt Verständnis und Toleranz.

Crewmitglieder:
Käpten Jörg Halm
Bootsfrau Helga Halm

Geschrieben von Helga Halm
Berlin, den 08.08.2004

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