
Was uns im vergangenen Jahr nicht gelang, sollte sich in diesem Jahr erfüllen.
Höhepunkte im Urlaub:
In knapp drei Wochen hatten wir bereits von Berlin aus Norwegen erreicht. Genossen einen Sonnenuntergang im Kattegat auf Reede. Liefen Supertörns. Es war karibischer Sommer pur. Es fehlten nur die Palmen. Wir sichteten in Scharen Schweinswale und vereinzelt Seehunde. Besegelten den Singlefjord ohne Zeit und Ziel. Begingen Hochzeitstag im Roseholmen. Baden im glasklaren Wasser. Was wünscht man sich mehr? Bin viel gesegelt. Segeln bedeutet abschalten, den Alltag hinter sich lassen. Nur Wellen und Wind wahrnehmen, nichts anderes als den Reiz des Abenteuers genießen.

Land in Sicht
Max, unsere Selbststeueranlage, erhielt unterwegs ein neues Innenleben und funktioniert wieder. Das kam wie folgt. Bei einer von Nordwesten aufziehenden Wetterfront, die uns in der Sejerö Bugt mit 13 bis 17 Ktn konstant, Spitzen bis 21 Ktn Wind vorantreibt, See bis 1,5 meter ansteigend, hat Max aufgegeben. Der Zahnriemen war defekt, was bedeutete, fortan nur noch manuelle Steuerung.
Vier Tage danach kamen wir mit einem neben uns liegenden Ehepaar aus Kiel ins Gespräch. Der Skipper hatte mit seiner Selbststeueranlage gleichen Typs auch Schwierigkeiten und ließ sich kurzerhand ein neues Gerät in den Urlaub schicken. Sein altes ST 1000 + lag in der Backskiste, die Skipperin bot uns dieses als Ersatzteilspender an. Käpten machte unseren Max mit ausgetauschten Zahnriemen und Zahnrädchen wieder funktionstüchtig.
Welch ein Zufall! “Kein Zufall”, entgegnete die Skipperin aus Kiel. “Es sollte so sein.” Nette Leute. Wir klönen mit der Crew von Apollo bis Mitternacht. Danke nochmals.
Zu bemerken ist, daß unser Windmesser im Top in den Jahren ermüdet ist. Er zeigt zu wenig an. Schätzungsweise müssen 3-4 Ktn hinzugezählt werden, was sich im Speeddurchschnitt nachvollziehen läßt.
Fünf Tage waren wir ständig in Getterön. Wir nehmen Starkwind- und Sturmwarnungen sehr ernst. Sicherheit für Mensch und Boot hat bei uns erste Priorität. Belohnt für unser Ausharren werden wir danach mit dem “Törn des Urlaubs”.
Konstanter Ostwind 10 – 12 Ktn. und steife Segel. Ab Mittags etwas abflauend, später auf norddrehend und wieder zunehmend auf 18 Knoten. Meterwellen schieben uns durch den Öresund voran. Es ist aufregend schön und macht Laune. Wegen Hafenüberfüllung gehen wir auf Reede bei Möllehafen am Kullen und erleben eine unvergeßliche Abendstimmung.

Sonnenuntergang
Der diesjährige Urlaub war ein Traum. Der optimale Segelwind auf der Heimfahrt hielt an. Unser heutiger Zielhafen ist Rää, der etwa 7 km südlich von Helsingborg liegt. Müssen die engste Stelle des Öresundes passieren, wo ein reger Fährverkehr zwischen Dänemark und Schweden besteht, der große Aufmerksamkeit verlangt, um ein Schlupfloch zu finden. Rää ist ein schöner Hafen. Im 18. und 19. Jahrhundert gehörte er zu den größten Fischereihäfen Schwedens, heute bestimmen viele Yachten das Hafenbild.

Küste Norwegens
Wir hatten die Gebiete bereits verlassen, als uns Schlechtwetternachrichten verfolgten. Durch die Seefunkstelle DP 07 erfahren wir von 43 Ktn. Wind, Windhosen, welche die Segler zur Kursabweichung zwangen. Keine Ansage lautet unter 6 Bft, Boen von 8-9 Bft. Das Barometer sinkt auf 998 Millibar.
Der karibische Sommer verabschiedet sich mit wiegenden Palmen, die an den Stegzugängen der Krösliner Hafenanlage zu finden sind. Eine attraktiv auffallende Idee, finde ich. Die Marina Kröslin – das Juwel an der Ostsee- ist einen Zwischenstop und auch für längere Aufenthalte oder Liegezeiten sehr zu empfehlen.
Wir hatten immer die erforderliche handbreit Wasser unterm Kiel und eine gute Heimkehr, die im Club gebührend gefeiert wurde. Zurückgelegt haben wir insgesamt 2378 Kilometer, das entspricht 780 Segelmeilen und 504 Motormeilen.
Bootstyp Pegaz 737
Name Fuchs II
Länge 7,50 mtr.
Breite 2,86 mtr.
Tiefgang 0,50 / 1,50 mtr
Als Crew stellen sich vor:
Käpten Jörg Halm 65 Jahre
Bootsfrau Helga Halm 69 Jahre
vom SCK Berlin- Karolinenhof.
Berlin-Karolinenhof, den 04.09.2006